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Flexible Alternative für die Spätaussaat

Flexible Alternative für die Spätaussaat

Wenn das Wetter nicht mitspielt oder die Vorfrucht erst spät vom Acker kommt, kann es knapp werden mit der Aussaat von Winterweizen. Da bietet sich Wechselweizen mit seinem breiten Saatfenster an.

 

Ertrag, Qualität und damit letztlich der Gewinn des Landwirts hängen im Weizenanbau von vielen Faktoren ab. Nicht immer sind diese vom Landwirt selbst zu beeinflussen, wie der Witterungsverlauf. Widrige Wetterbedingungen haben die Aussaat schon oft erst sehr spät im Jahr ermöglicht. Je später aber die Weizenaussaat erfolgt, desto kritischer wird die Situation.

Wechselweizen bietet sich hier als eine interessante Anbaualternative an, denn er ist flexibel im Aussaatzeitpunkt.  Bei Beginn der Züchtungsaktivitäten zum Wechselweizen in den 80er Jahren stellte man sich die Frage, wie ein spätsaatverträglicher Weizen aussehen muss, der bis ins Frühjahr hinein gesät werden kann. Es müsste eine Kombination aus Winter- und Sommerweizen geben, die die besten Eigenschaften in sich vereint.

 

Kombination der besten Eigenschaften

Sonnenaufgang FeldEin typischer Winterweizen besitzt einen stark ausgeprägten Vernalisationsbedarf. Dieser ist unabhängig von der Winterhärte und bedeutet, dass ein gewisser Kältereiz benötigt wird, um überhaupt zur Blüte zu gelangen. Wird ein Winterweizen diesem Kältereiz nicht ausgesetzt, würde er sich grasartig überwachsen. Um Missernten zu vermeiden sollten klassische Winterweizentypen nicht im Winter oder zu Jahresbeginn ausgesät werden, da unter Umständen der  Vernalisationsprozess nicht abgeschlossen werden kann. Die Vernalisation findet in der Regel unter 4°C statt und kann je nach Sorte bis zu acht Wochen dauern. Daher ist für Mitteleuropa ein Aussaatfenster von Ende August bis November zu empfehlen.

Sommerweizen dagegen sind Sortentypen, die keinen Vernalisationsbedarf haben. Deswegen können sie bis ins Frühjahr hinein ausgesät werden. In wintermilden Klimaten wie Südfrankreich oder China können diese Sorten ohne Probleme auch im Herbst angebaut werden. Die verlängerte Vegetationsperiode verschafft den Sorten in der Herbstaussaat deutlich höhere Erträge gegenüber dem reinen Frühjahrsanbau.

 

Großzügiges Saatfenster

Der Wechselweizen kombiniert die Frosttoleranz und das Ertragspotenzial des Winterweizens mit der Qualität und Wuchsfreudigkeit des Sommerweizens. Eine gelungene Kombination, die flexible Aussaattermine ermöglicht, da beim Wechselweizen der Vernalisationsbedarf kaum vorhanden ist. Seine sehr gute Frosttoleranz und Winterhärte lässt ihn in der Herbstaussaat den Winter gut überstehen und mit einem deutlichen Entwicklungsvorsprung gegenüber dem Sommerweizen ins Frühjahr starten. Das Aussaatfenster ist von Mitte Oktober bis Mitte April extrem großzügig, ebenso lässt er durch seine Wuchsfreudigkeit verschiedene Anbautechniken zu. Ein weiterer Vorteil: In Phasen der typischen Frühjahrstrockenheit reagiert der Wechselweizen im Gegensatz zum Winterweizen mit ungestörter Wüchsigkeit und setzt seine Bestandsbildung weiter fort.

WeizenAls Basis für die Selektion von Wechselweizensorten dienen im Zuchtprogramm grundsätzlich Kreuzungen zwischen ausgewählten Winter- und Sommerweizen. Nach erster Kreuzung schließt sich ein aufwendiger Wechsel von Folgegenerationen im Herbst- und im Frühjahrsanbau an, der oftmals erst nach zehn Jahren zum gewünschten Selektionserfolg führt. Durch die Kombination von Winter- und Sommerweizen werden zwei sehr unterschiedliche Genpools miteinander verbunden, was oftmals zu zusätzlichen Selektionsschritten in der Erhaltungszucht führt. Weil Wechselweizen sowohl im Herbst als auch bis ins Frühjahr gedrillt werden kann und zu möglichen späten Aussaatterminen automatisch das Ertragspotenzial des Weizens nachlässt, ist es sinnvoll, bei Wechselweizensorten die höchste Qualitätsklasse (E-Gruppe) anzustreben.

Inzwischen wird Wechselweizen gezielt in vielen Ländern Europas angebaut. Gerade für den qualitätsorientierten Weizenanbau bietet der Wechselweizen besondere Vorzüglichkeit, weil das Ernteprodukt vielseitige Verwendungsmöglichkeiten und Höchstabnahmepreise garantiert.


Mehr Sicherheit bei der Anbauplanung

Die hohe Qualität des Wechselweizens ist eine geeignete Alternative zum Winterweizen im späten Herbstanbau. Für den Landwirt liegen die Vorteile von Wechselweizen auf der Hand:

  • Wechselweizen ermöglicht den Anbau einer wirtschaftlich interessanten Frucht nach spät räumenden Blattfrüchten
  • Wechselweizen besitzt eine sehr große Aussaatflexibilität, die einen Anbau von Mitte Oktober bis ins späte Frühjahr ermöglicht
  • Die maximale Aussaatflexibilität des Wechselweizens ermöglicht dem Landwirt ohne Zeitdruck auf die besten Wetterverhältnisse zur Bestellung zu warten
  • Wechselweizen wird zukünftig ausschließlich in den sehr gehobenen Qualitätsklassen (Backqualität) angeboten, was dem Landwirt zusätzliche und optimale Vermarktungschancen verschafft.
  • Wechselweizen ist robust und frohwüchsig, entsprechend können im Vergleich zum Winterweizen die Produktionsmittel Stickstoff, Fungizide und Wachstumsregler reduziert werden
  • Der Anbau von Wechselweizen gibt – durch sein flexibles Aussaatfenster – Sicherheit beim Abschluss von Vorkontrakten und in der Anbauplanung


Anbauhinweise Wechselweizen

 

Hinweise zur Anpassung der Saatzeit und Saatstärke gibt die Tabelle:

Saatzeit Saatstärke
Mitte Okt./Anfanf Nov. 360-380 Körner/m2
Mitte Nov./Ende Dez. 380-430 Körner/m2
Frühjahr 400-450 Körner/m2

 

Außerdem sollte beim Anbau beachtet werden:

  • N-Düngung nach Aussaatzeitpunkt ortsüblich, Qualitätsdüngung beachten.
  • Bestandesführung normal je nach Aussaatzeitpunkt.
  • Mittlerer bis geringer Wachstumsreglereinsatz (bei allgemeiner Trockenheit oder knapper Wasserversorgung Aufwandmenge vor allem im Frühjahrsanbau entsprechend reduzieren).

 

Fungizide:

  • EC 32 Halmbruchschutz, eventuell breit wirksames Blattfungizid.
  • Ab EC 49: Fungizide in normaler bis red. Aufwandmenge.
  • Mittelwahl, Terminierung und Aufwandmenge schlagspezifisch.

Wechselweizen

Bitte beachten Sie unsere Sommerweizensorten. Das Aussaatfenster ist von Mitte Oktober bis Mitte April extrem großzügig.

Zu unseren Sommerweizensorten ...

4517-608